Euro – US-Dollar – EUR/USD

Bedeutung des Währungspaares EUR/USD

Das Währungspaar Euro/US-Dollar oder auch kurz EUR/USD ist, wie es sich selbst schon darstellt, das Kreuz für die Währungen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika. Angezeigt wird in diesem Währungspaar, wie viel US-Dollar man für einen Euro im Tausch bekommt. Die Währung Euro ist hierbei die Basiswährung und der US-Dollar die Kurswährung. Oftmals wird die Kurswährung auch als Notierungswährung bezeichnet. Wenn nun also der Kurs des Währungspaares EUR/USD  bei 1,50 liegt, dann bekommt man für einen Euro genau 1,50 US-Dollar. Die Abkürzung unter Währungshändlern ist einfach nur die Kurzform „Euro“.

Kategorie des Währungspaares EUR/USD

Das Währungspaar gehört im Devisenmarkt (Forexmarkt) zu den sogenannten Major-Währungspaaren. Es ist dazu, mit 26% Marktanteil, das am meisten gehandelte Währungspaar.

Das kommt natürlich auch davon, dass der Euro und der US-Dollar die Währungen der beiden größten Wirtschaftsregionen sind, wenn man China hier mal außen vor lässt.

Bock auf Trading?
Hol Dir mein kostenfreies Ebook

Messgrößen für das Währungspaar EUR/USD

Wenn man die Stärke der beiden Währungen messen möchte, dann kann man sich hierfür den Euro Currency Index (EUR) und den US Dollar Index (USD) zur Hilfe nehmen.

Der Euro Currency Index ist eine Kennzahl für den Wert des Euros gegenüber anderen Währungen. Man wichtet hierbei den Euro gegen einen Korb von 4 Währungen im genauen Verhältnis von 25%.

Folgende Währungen befinden sich in diesem Währungskorb:

  • US-Dollar,
  • Britisches Pfund,
  • Japanischer Yen
  • Schweizer Franke.

Bei dem U.S. Dollar Index (ISO DXY) ist das ganze ein wenig anders, aber vom Prinzip her das gleiche. Der U.S.Dollar Index gibt die Stärke des US-Dollars an. Der Währungskorb ist hier etwas größer und man nutzt eine individuelle Gewichtung der enthaltenen Währungen.

Folgende Währungen sind im Währungskorb enthalten:

  • Euro, welcher auch den stärksten Einfluss auf den US Dollar Index hat. Seine Gewichtung liegt bei 57,6%
  • Japanische Yen mit 13,6%
  • Britisches Pfund 11,9%
  • Kanadischer Dollar 9,1%
  • Schwedische Krone 4,2%
  • Schweizer Franke mit 3,6%

Beide Indizes werden zwar anders errechnet, sind aber in ihrer Wirkung und Aussagekraft gleich. Sie zeigen eindeutig wie stark die Währung im Verhältnis zum Währungskorb ist und dienen somit als wichtiger fundamentaler Indikator für Händler in den verschiedensten Märkten.

Vorteile für den Handel des Euro/US-Dollars

Der Grund für den starken Handel des EUR/USD liegt im Volumen, der hohen Volatilität und den engen Spreads zugrunde. Diese Eigenschaften sind auch in anderen Major-Währungspaaren der Grund dafür, warum sie so oft gehandelt werden. Das Handelsvolumen dieser Währungspaare wird in Zukunft weiter steigen und damit auch das gesamte Handelsvolumen im Forexmarkt.

Warum handelt man EUR/USD?

Hier sind 5 Gründe, warum eine Vielzahl von Tradern täglich den Euro/Dollar handelt:

Merkmal
Beschreibung
Volatilität
Der EUR/USD Kurs ist bekannt für größere Preisranges. Das kommt von den vielen täglichen News aus Europa und den USA. Aber schon die Tatsache, dass das meiste Handelsvolumen hinter diesem Währungspaar steckt, sorgt in diesem Markt für eine gewisse Grundvolatilität.
Verfügbarkeit von Ressourcen
Dieser Grund trifft nicht nur auf den Euro oder US-Dollar zu, sondern auf alle Währungspaare, wenn nicht sogar auf alle Märkte. In der heutigen Zeit gibt es kaum noch etwas was es nicht gibt. Tausende professionelle Tools zur Auswertung von Charts und Chartmustern, unzählige Newsanbieter, welche alle Wirtschaftsdaten in Echtzeit zur Verfügung stellen, sodass man auch als kleiner Privathändler immer auf dem neuesten Stand ist. Die Analyse und Auswertung von Märkten und Charts ist so leicht wie noch nie zuvor.
Einzelbewegung
Das Währungspaar EUR/USD ist bekannt dafür in nur einer Kerze viele Pips zurückzulegen. Deshalb liegen hier auch die Chancen in Range- Breakouts oder im Trendfolgehandel erstaunlich schnell hohe Gewinne einzusammeln. Natürlich ist dementsprechend auch das Risiko höher und man sollte sein Risikomanagement sehr akribisch einhalten.
Marktanteil
Die Kopplung der Währungen EUR/USD nimmt am gesamten Forexmarkt mit rund 26% Platz 1 in der Liste der meist gehandelten Währungspaare ein. Das tägliche Volumen beläuft sich somit auf ca. 1,7 Mrd. €. Dies bietet Institutionen, aber auch allen anderen Händlern, eine Menge an Möglichkeiten jeden Tag.
Sicherheit
Die Europäische Union, genau wie die Vereinigten Staaten von Amerika, sind zwei der modernsten Volkswirtschaften der Welt, dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl von Daten- und Preisinformationen.

Nachteile für den Handel des Euro/US-Dollars

Merkmal
Beschreibung
Bewegung
Das Währungspaar Euro/US-Dollar reagiert ziemlich stark auf Wirtschaftsdaten aus den beiden Destinationen und hat das größte Handelsvolumen aller Forexpaare. Diese beiden Eigenschaften bringen spontane, schnelle und starke Bewegungen bei Wirtschaftsdaten, die abweichend von der Erwartungshaltung sind. Das kann bei Unachtsamkeit zu schweren Verlusten führen. Man sollte in diesem Markt stark auf sein Risikomanagement achten.
Mehrdeutigkeit
Durch die Nervosität in diesem Markt kommt es im EUR/USD oft zu sogenannten Fakeouts. Es wird ein Bruch eines Unterstützungs- oder Widerstandlevels angedeutet, aber es passiert genau das Gegenteil. Genau aus diesem Grund sollten Anfänger in diesem Markt erst einmal auf Demo-Konten zurückgreifen.
Automation
Dieser Punkt betrifft nicht nur das Währungspaar EUR/USD, aber hier potenziert sich dieser Effekt durch das enorme tägliche Handelsvolumen. Automatisierte Handelssysteme (Expert Advisor) machen Märkte zusätzlich volatil und erhöhen die Handelsaktivität um ein Vielfaches. Dies macht sich in starken spontanen Bewegungen bemerkbar.

Wenn man diese Vor- und Nachteile kennt, kann man sich bei ausführlicher Recherche über die Ist-Situation der Währungsregionen, tolle und kontinuierliche Gewinne erwirtschaften.

Wichtige Wirtschaftsdaten im EUR/USD

Hier noch eine Liste mit den wichtigsten Wirtschaftsindikatoren, welche in diesem Währungspaar regelmäßig starke Schwankungen auslösen und damit immer in die Analyse einbezogen werden sollten.

  • Erzeugerpreisindex (EPI)
  • Handelsbilanz
  • ISM Non Manufacturing
  • ISM Manufacturing
  • Einzelhandelsumsätze
  • Industrieproduktion
  • Federal Reserve Sitzungen (Fed)
  • Europäische Zentralbank Sitzungen (EZB)
  • Verbrauchervertrauen
  • Zinspolitische Entscheidungen
  • Arbeitsmarktdaten(NFPs)

Langzeitanalyse des Euro-US-Dollar Kurses

Der Kurs des Euro/US-Dollar ist über die letzten 15 Jahre von starken Schwankungen geprägt. Von 2002 bis 2008 gab es einen sehr starken Anstieg, welcher nur 2005 von einer stärkeren Korrektur unterbrochen wurde. Die Schwäche des Euros gegenüber dem US-Dollar spiegelte sich Anfang 2002 in einem Kurs von 0,95 Euro pro US-Dollar wieder.

Nach 6 Jahren Anstieg, erreichte der EUR/USD sein immer noch aktives Allzeithoch, welches bei einer Marke von einem Euro zu 1,60 Dollar liegt. Im Jahr 2008 kam dann aber durch die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers, am 15. September, der große Crash und der Kurs des EUR/USD, fiel innerhalb von nur 3 Monaten um 20%, auf eine Marke von 1,27 US-Dollar je Euro.

Die Jahre 2009 bis 2014 waren geprägt von einer stärkeren Seitwärtsphase, welche eine Range von 1,20 – 1,40 bildete.
Im Juli 2014 startete dann die nächste Talfahrt, welche ihr Ende erst im März 2015, nach 22% Verlust, bei einer Marke von 1,05 US-Dollar je Euro fand.

Dies war einer sehr starken US-Wirtschaft geschuldet.
Langfristig befinden wir uns wieder in einer Seitwärtsphase, welche der abkühlenden globalen Weltwirtschaft geschuldet ist. Mittelfristig ist der Abwärtstrend intakt.

Historisches zur Währung Euro

Am 01. Juli 1990 wurde der freie Kapitalverkehr zwischen den EG Staaten hergestellt, was den ersten Schritt einer Währungsunion darstellte. Die rechtliche Grundlage für weitere Umsetzungen bot der 1992 aufgelegte Vertrag von Maastricht.

Am 01. Januar 1994 ging es dann weiter mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI). Diese Institution war der Vorgänger der heutigen Europäischen Zentralbank (EZB). Ab diesem Zeitpunkt stand die Richtung fest und man begann die Haushaltslage der Mitgliedsstaaten zu prüfen.

Am 01. Januar 1999 war es dann fast 9 Jahre später soweit. An diesem Tag wurde die Europäische Zentralbank gegründet und man legte nun die Wechselkurse jedes Landes zum Euro fest.

Diese Wechselkurse nennt man auch Währungsparitäten.

An den Kursen konnte nichts mehr verändert werden. Für alle teilnehmenden Staaten waren diese Wechselkurse fest und unverrückbar.

Hier eine Übersicht, wie sich die Gemeinschaftswährung verbreitet hat:

  • 1999: Belgien, Frankreich, Deutschland, Finnland, Irland, Niederlande, Östereich, Italien, Luxemburg, Portugal, Monaco, San Marino, Spanien und Vatikanstadt
  • 2001: Griechenland
  • 2007: Slowenien
  • 2008: Malta und Zypern
  • 2009: Slowakei
  • 2011: Estland
  • 2014: Lettland und Andorra
  • 2015: Litauen

Mit der Einführung des Euros wurde auch die Preisdarstellung an den Börsen geändert.

In Deutschland war das die Notierung USD/DEM und wurde auf das heute am meisten gehandelte Währungspaar EUR/USD geändert. Dieses Währungspaar beinhaltete alle Teilnehmerstaaten.

Alle Währungspaare in den alten Währungen sind entfernt wurden. 

Historisches zur Währung US-Dollar

Der US- Dollar, welcher auch “Greenback” genannt wird, was mit seiner grün gefärbten Rückseite zusammenhängt, findet seinen Ursprung im Jahr 1690.

Die Bezeichnung Dollar stammt von dem europäischen Wort “Taler”.
Zu Kolonialzeiten hatten die einzelnen Kolonien noch ihre eigenen Währungen. Der Dollar trat als Kolonial-Dollar das erste mal zum Unabhängigkeitskrieg 1775 auf.

Das Vorhaben scheiterte jedoch an der hohen Fälschungsrate und dem schwachen Finanzsystem. Erst 1781 wurde dann der heutige Dollar geboren. Das geschah in Zusammenarbeit des Kontinentalkongresses und der ersten amerikanischen Nationalbank. 1787 führte man dann auch das Münzgeld ein.

Die Dollar-Banknote wurde zur Finanzierung des Militärs im Jahr 1861 eingeführt. Die Vorderseite der Banknoten zeigt seitdem Porträts bedeutender Amerikaner. 1913 kam dann ein neuer Schein in den Umlauf, welcher später aus Kostengründen um 30% verkleinert wurde.

Teile den Beitrag

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email