Euro – Schweizer Franken – EUR/CHF

Bedeutung des Währungspaares EUR/CHF

Das Währungspaar Euro/Schweizer Franken oder auch kurz EUR/CHF ist, wie es sich selbst schon darstellt, das Kreuz für die Währungen der Europäischen Union und der Schweiz.

Angezeigt wird in diesem Währungspaar, wie viel Schweizer Franken man für einen Euro bekommt. Die Währung Euro ist hierbei die Basiswährung und der Schweizer Franken die Kurswährung oder auch Notierungswährung genannt.

Wenn nun also der Kurs des Währungspaares EUR/CHF bei 1,50 liegt, dann bekommt man für einen Euro genau 1,50 Schweizer Franken.

Kategorie des Währungspaares EUR/CHF

Das Währungspaar EUR/CHF gehört im Devisenmarkt (Forexmarkt) zu den sogenannten Minor-Währungspaaren.
Den Minor-Währungspaaren kann man keinen genaueren Marktanteil nachweisen, aber als Cross Währungspaare sollte man beim Handel sehr vorsichtig sein.

Bock auf Trading?
Hol Dir mein kostenfreies Ebook

Messgrößen für das Währungspaar EUR/CHF

Wenn man die Stärke der beiden Währungen messen möchte, dann kann man sich hierfür den Euro Currency Index (EURO) und den CHF-Index zur Hilfe nehmen. Der Euro Currency Index ist eine Kennzahl für den Wert des Euros. Man gewichtet ihn zur Bestimmung gegen einen Korb von 4 Währungen im genauen Verhältnis von 25%. Folgende Währungen befinden sich in diesem Währungskorb:
  • US-Dollar,
  • Britisches Pfund,
  • Japanischer Yen
  • Schweizer Franke.

Der Schweizer Franken wird ebenfalls in einem Währungsindex abgebildet. Im sogenannten CHF-Index werden eine Reihe liquider Währungen als Portfolio gegen den Schweizer Franken gestellt.
Enthaltene Währungen sind bspw der Euro, der US-Dollar aber auch das Britische Pfund und der Kanadische Dollar.

Beide Indizes werden zwar anders errechnet, sind aber in ihrer Wirkung und Aussagekraft gleich. Sie zeigen eindeutig wie stark die Währung im Verhältnis zum Währungskorb ist und dienen somit als wichtiger fundamentaler Indikator für Händler in den verschiedensten Märkten.

Vorteile für den Handel des Währungspaares EUR/CHF

Der Grund für den weniger starken Handel liegt im Volumen, der mäßigen Volatilität und den höheren Spreads zugrunde. Diese Eigenschaften sind auch in anderen Minor-Währungspaaren der Grund dafür, dass die Popularität dieser Währungspaare in Zukunft zwar steigen wird, aber niemals eine große Rolle im Verhältnis zu den Major-Währungspaaren spielen wird.

Warum handelt man EUR/CHF?

Hier sind 5 Gründe warum eine Vielzahl von Tradern täglich den Euro gegen den Schweizer Franken handelt:

Merkmal
Beschreibung
Volatilität
EUR/CHF ist bekannt für größere Preisranges. Das kommt von den vielen täglichen News aus Europa und der Schweiz. Beide Währungen sind allgemein sehr bekannt für viel Nervosität. Genau aus diesem Grund hat man auch große spontane Ausbrüche in solchen Crosses.
Verfügbarkeit von Ressourcen
Dieser Grund trifft nicht nur auf den Euro oder den Schweizer Franken zu, sondern auf alle Währungspaare, wenn nicht sogar auf alle Märkte. In der heutigen Zeit gibt es kaum noch etwas was es nicht gibt. Tausende professionelle Tools zur Auswertung von Charts und Chartmustern, unzählige Newsanbieter, welche alle Wirtschaftsdaten in Echtzeit zur Verfügung stellen, sodass man auch als kleiner Privathändler immer auf dem neuesten Stand ist. Die Analyse und Auswertung von Märkten ist so leicht ist wie noch nie zuvor.
Einzelbewegung
Das Währungspaar EUR/CHF ist bekannt dafür in nur einer Kerze viele Pips zurückzulegen. Deshalb liegen hier auch die Chancen in Range- Breakouts oder im Trendfolgehandel erstaunlich schnell hohe Gewinne einzusammeln. Natürlich ist dementsprechend auch das Risiko höher und man sollte sein Risikomanagement im Griff haben.
Marktanteil
Die Kopplung der Währungen EUR/CHF nimmt am gesamten Forexmarkt nur einen kleinen Anteil ein. Das tägliche Volumen beläuft sich auf eine eher weniger messbare Größe, wird aber im hohen Millionenbereich täglich liegen.
Sicherheit
Europa, genau wie die Schweiz sind zwei der modernsten Volkswirtschaften der Welt, dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl von Daten- und Preisinformationen.

Nachteile für den Handel im Euro/Schweizer Franken

Merkmal
Beschreibung
Bewegung
Das Währungspaar Euro/Schweizer Franken reagiert ziemlich stark auf Wirtschaftsnews aus den beiden Destinationen und hat ein sehr hohes Handelsvolumen. Diese beiden Eigenschaften bringen spontane, schnelle und starke Bewegungen bei Daten, die abweichend von der Erwartungshaltung sind. Das kann bei Unachtsamkeit zu schweren Verlusten führen. Man sollte in diesem Markt stark auf sein Risikomanagement achten.
Mehrdeutigkeit
Durch die Nervosität in diesem Markt kommt es im Währungspaar EUR/CHF oft zu sogenannten Fakeouts. Es wird ein Breakout nach Regelwerk angedeutet, aber es passiert genau das Gegenteil. Genau aus diesem Grund sollten Anfänger in diesem Markt erst einmal auf Demo-Konten zurückgreifen.
Automation
Dieser Punkt betrifft nicht nur das Währungspaar EUR/CHF, aber hier potenziert sich dieser Effekt. Automatisierte Handelssysteme (Expert Advisor) machen Märkte zusätzlich volatil und erhöhen deutlich die Handelsaktivität. Dies macht sich in starken spontanen Bewegungen bemerkbar.
Wenn man diese Vor- und Nachteile kennt, kann man sich bei ausführlicher Recherche in diesem Markt tolle und kontinuierliche Gewinne abholen.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Paar Euro/Franke

Hier noch eine Liste mit den Wirtschaftsindikatoren, welche in diesem Paar starke Schwankungen auslösen und damit immer in die Analyse einbezogen werden sollten.

  • Erzeugerpreisindex (EPI)
  • Handelsbilanz
  • Einkaufsmanagerindex (EMI)
  • Einzelhandelsumsätze
  • Industrieproduktion
  • Schweizer Nationalbank Sitzungen (SNB)
  • Europäische Zentralbank Sitzungen (EZB)
  • Verbrauchervertrauen
  • Zinsentscheide
  • Arbeitsmarktdaten

Langzeitanalyse für das Währungspaar EUR/CHF

Wenn man sich den Kurs dieses Währungspaares anschaut, dann muss man einen dauerhaft stärker werdenden Schweizer Franken sehen. Nach Einführung des Euros konnte dieser von 2002 an bis 2005 sich gegenüber dem Schweizer Franken durchsetzen, jedoch kippte es 2005 dann auch recht schnell und wir sehen dort das bisherige Allzeithoch bei einem Kurs von 1,67 Schweizer Franken je Euro.

Von 2005 ist das Währungspaar nur noch am stürzen und der Flash Crash 2015 hat auch die Richtung vorgegeben. Aktuell bewegen wir uns im Bereich von 1,00 bis 1,10 Schweizer Franken je Euro.
Es bleibt hier abzuwarten, wie sich die Wirtschaft in der Europäischen Union entwickelt und wie die Schweiz ihre Stabilität versucht zu behalten.
Aktuell befinden wir uns in einer Seitwärtsphase.

Historisches zur Währung Euro

Am 01. Juli 1990 wurde der freie Kapitalverkehr zwischen den EG Staaten hergestellt, was den ersten Schritt einer Währungsunion darstellte. Die rechtliche Grundlage für weitere Umsetzungen bot der 1992 aufgelegte Vertrag von Maastricht.

Am 01. Januar 1994 ging es dann weiter mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI). Diese Institution war der Vorgänger der heutigen Europäischen Zentralbank (EZB). Ab diesem Zeitpunkt stand die Richtung fest und man begann die Haushaltslage der Mitgliedsstaaten zu prüfen.

Am 01. Januar 1999 war es dann fast 9 Jahre später soweit. An diesem Tag wurde die Europäische Zentralbank gegründet und man legte nun die Wechselkurse jedes Landes zum Euro fest.

Diese Wechselkurse nennt man auch Währungsparitäten.

An den Kursen konnte nichts mehr verändert werden. Für alle teilnehmenden Staaten waren diese Wechselkurse fest und unverrückbar.

Hier eine Übersicht, wie sich die Gemeinschaftswährung verbreitet hat:

  • 1999: Belgien, Frankreich, Deutschland, Finnland, Irland, Niederlande, Östereich, Italien, Luxemburg, Portugal, Monaco, San Marino, Spanien und Vatikanstadt
  • 2001: Griechenland
  • 2007: Slowenien
  • 2008: Malta und Zypern
  • 2009: Slowakei
  • 2011: Estland
  • 2014: Lettland und Andorra
  • 2015: Litauen

Mit der Einführung des Euros wurde auch die Preisdarstellung an den Börsen geändert.

In Deutschland war das die Notierung USD/DEM und wurde auf das heute am meisten gehandelte Währungspaar EUR/USD geändert. Dieses Währungspaar beinhaltete alle Teilnehmerstaaten.

Alle Währungspaare in den alten Währungen sind entfernt wurden.

Historisches zur Währung Schweizer Franken

In der Vorgeschichte des schweizerischen Währungssystems war bis zur Gründung der helvetischen Republik 1798, die Ausgabe von Münzen ausschließlich durch die einzelnen Kantone gestattet.
Die Franzosen führten 1798 den Schweizer Franken ein, welcher in Batzen und Rappen unterteilt war.

1848 wurde die Schweiz als Bundesstaat geschaffen und am 07.05.1850 der Schweizer Franken als offizielle Währung vom Staat bestätigt.

Der Schweizer Franken gilt aufgrund seines flexiblen Wechselkurses als krisensicher und zeichnet sich durch seine Stabilität aus.
Die Währung profitiert natürlich auch von der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz über die vergangenen Jahrzehnte.
Anleger haben hohes Vertrauen in die Währung und die Schweiz als Finanzstandort, so dass in turbulenten Zeiten oder Krisen der Schweizer Franken als sicherer Hafen, neben Gold und dem Japanischen Yen gekauft wird.

Teile den Beitrag

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email