Euro – Japanischer Yen – EUR/JPY

Bedeutung des Währungspaares EUR/JPY

Das Währungspaar Euro/Japanischer Yen oder auch kurz EUR/JPY ist, wie es sich selbst schon darstellt, das Kreuz für die Währungen der Europäischen Union und Japan.

Angezeigt wird in diesem Währungspaar, wie viel Japanische man für einen Euro bekommt. Die Währung Euro ist hierbei die Basiswährung und der Japanische Yen die Kurswährung oder auch Notierungswährung genannt.

Wenn nun also der Kurs des Währungspaares EUR/JPY  bei 1,50 liegt, dann bekommt man für einen Euro genau 1,50 Japanische Yen. 

Kategorie des Währungspaares EUR/JPY

Das Währungspaar EUR/JPY gehört im Devisenmarkt (Forexmarkt) zu den sogenannten Minor-Währungspaaren.
Den Minor-Währungspaaren kann man keinen genaueren Marktanteil nachweisen, aber als Cross Währungspaare sollte man beim Handel sehr vorsichtig sein.

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Messgrößen für das Währungspaar EUR/JPY

Wenn man die Stärke der beiden Währungen messen möchte, dann kann man sich hierfür den Euro Currency Index (EURO) zur Hilfe nehmen.
Der Euro Currency Index ist eine Kennzahl für den Wert des Euros. Man gewichtet ihn zur Bestimmung gegen einen Korb von 4 Währungen im genauen Verhältnis von 25%.
Folgende Währungen befinden sich in diesem Währungskorb:

  • US-Dollar,
  • Britisches Pfund,
  • Japanischer Yen,
  • Schweizer Franke.

Der Japanische Yen wird ebenfalls in einem Währungsindex abgebildet.
Im sogenannten JPY-Index werden eine Reihe liquider Währungen als Portfolio gegen den Japanischen Yen gestellt.
Enthaltene Währungen sind bspw der Euro, der US-Dollar, aber auch das Britische Pfund und der Schweizer Franken.

Vorteile für den Handel des Währungspaares EUR/JPY

Der Grund für den weniger starken Handel liegt im Volumen, der mäßigen Volatilität und den höheren Spreads zugrunde. Diese Eigenschaften sind auch in anderen Minor-Währungspaaren der Grund dafür, dass die Popularität dieser

Währungspaare in Zukunft zwar steigen wird, aber niemals eine große Rolle im Verhältnis zu den Major-Währungspaaren spielen wird.

Warum handelt man EUR/JPY?

Hier sind 5 Gründe warum eine Vielzahl von Tradern täglich den Euro gegen den Japanischen Yen handelt:

Merkmal
Beschreibung
Volatilität
EUR/JPY ist bekannt für größere Preisranges. Das kommt von den vielen täglichen News aus Europa und Japan. Beide Währungen sind allgemein sehr bekannt für viel Nervosität. Genau aus diesem Grund hat man auch große spontane Ausbrüche in solchen Crosses.
Verfügbarkeit von Ressourcen
Dieser Grund trifft nicht nur auf den Euro oder den Japanischen Yen zu, sondern auf alle Währungspaare, wenn nicht sogar auf alle Märkte. In der heutigen Zeit gibt es kaum noch etwas was es nicht gibt. Tausende professionelle Tools zur Auswertung von Charts und Chartmustern, unzählige Newsanbieter, welche alle Wirtschaftsdaten in Echtzeit zur Verfügung stellen, sodass man auch als kleiner Privathändler immer auf dem neuesten Stand ist. Die Analyse und Auswertung von Märkten ist so leicht ist wie noch nie zuvor.
Einzelbewegung
Das Währungspaar EUR/JPY ist bekannt dafür in nur einer Kerze viele Pips zurückzulegen. Deshalb liegen hier auch die Chancen in Range- Breakouts oder im Trendfolgehandel erstaunlich schnell hohe Gewinne einzusammeln. Natürlich ist dementsprechend auch das Risiko höher und man sollte sein Risikomanagement im Griff haben.
Marktanteil
Die Kopplung der Währungen EUR/JPY nimmt am gesamten Forexmarkt nur einen kleinen Anteil ein. Das tägliche Volumen beläuft sich auf eine eher weniger messbare Größe, wird aber im hohen Millionenbereich täglich liegen.
Sicherheit
Europa, genau wie Japan sind zwei der modernsten Volkswirtschaften der Welt, dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl von Daten- und Preisinformationen.

Nachteile für den Handel von Euro/Japanischen Yen

Merkmal
Beschreibung
Bewegung
Das Währungspaar Euro/Japanischer Yen reagiert ziemlich stark auf Wirtschaftsnews aus den beiden Destinationen und hat ein sehr hohes Handelsvolumen. Diese beiden Eigenschaften bringen spontane, schnelle und starke Bewegungen bei Daten, die abweichend von der Erwartungshaltung sind. Das kann bei Unachtsamkeit zu schweren Verlusten führen. Man sollte in diesem Markt stark auf sein Risikomanagement achten.
Mehrdeutigkeit
Durch die Nervosität in diesem Markt kommt es im Währungspaar EUR/JPY oft zu sogenannten Fakeouts. Es wird ein Breakout nach Regelwerk angedeutet, aber es passiert genau das Gegenteil. Genau aus diesem Grund sollten Anfänger in diesem Markt erst einmal auf Demo-Konten zurückgreifen.
Automation
Dieser Punkt betrifft nicht nur das Währungspaar EUR/JPY, aber hier potenziert sich dieser Effekt. Automatisierte Handelssysteme (Expert Advisor) machen Märkte zusätzlich volatil und erhöhen deutlich die Handelsaktivität. Dies macht sich in starken spontanen Bewegungen bemerkbar.
Wenn man diese Vor- und Nachteile kennt, kann man sich bei ausführlicher Recherche in diesem Markt tolle und kontinuierliche Gewinne abholen.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Euro/Yen

Hier noch eine Liste mit den Wirtschaftsindikatoren, welche in diesem Paar starke Schwankungen auslösen und damit immer in die Analyse einbezogen werden sollten.

  • Erzeugerpreisindex (EPI)
  • Handelsbilanz
  • Einkaufsmanagerindex (EMI)
  • Einzelhandelsumsätze
  • Industrieproduktion
  • Bank of Japan Sitzungen (BoJ)
  • Europäische Zentralbank Sitzungen (EZB)
  • Verbrauchervertrauen
  • Zinsentscheide
  • Arbeitsmarktdaten

Langzeitanalyse des Währungspaares EUR/JPY

Das Währungspaar Euro/Japanischer Yen zeigt uns in den letzten 15 Jahren eine recht durchschnittliche Performance. Der Euro, genau wie der Yen, hatten ihre starken Phasen, aber auch schwächelnde Perioden.

Von 2002 bis 2008 konnte der Euro sehr stark zulegen. Der Yen musste 46% abgeben und somit katapultierte sich der Kurs aufs aktuelle Allzeithoch. Im Kurswert liegt das Allzeithoch bei 169,20 Japanische Yen je Euro.

Von August 2008 an fiel der Kurs dann über 4 Jahre hinweg sehr stark und bildete auf der Gegenseite sein Allzeittief, bei einer Marke von 95,50 Yen je Euro. Der Verlauf der letzten 5 Jahre zeigt eine recht weitreichende Seitwärtsphase. Es bleibt hier abzuwarten, auf welcher Seite wir diese brechen.

Historisches zur Währung Euro

Am 01. Juli 1990 wurde der freie Kapitalverkehr zwischen den EG Staaten hergestellt, was den ersten Schritt einer Währungsunion darstellte. Die rechtliche Grundlage für weitere Umsetzungen bot der 1992 aufgelegte Vertrag von Maastricht.

Am 01. Januar 1994 ging es dann weiter mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI). Diese Institution war der Vorgänger der heutigen Europäischen Zentralbank (EZB). Ab diesem Zeitpunkt stand die Richtung fest und man begann die Haushaltslage der Mitgliedsstaaten zu prüfen.

Am 01. Januar 1999 war es dann fast 9 Jahre später soweit. An diesem Tag wurde die Europäische Zentralbank gegründet und man legte nun die Wechselkurse jedes Landes zum Euro fest.

Diese Wechselkurse nennt man auch Währungsparitäten.

An den Kursen konnte nichts mehr verändert werden. Für alle teilnehmenden Staaten waren diese Wechselkurse fest und unverrückbar.

Hier eine Übersicht, wie sich die Gemeinschaftswährung verbreitet hat:

  • 1999: Belgien, Frankreich, Deutschland, Finnland, Irland, Niederlande, Östereich, Italien, Luxemburg, Portugal, Monaco, San Marino, Spanien und Vatikanstadt
  • 2001: Griechenland
  • 2007: Slowenien
  • 2008: Malta und Zypern
  • 2009: Slowakei
  • 2011: Estland
  • 2014: Lettland und Andorra
  • 2015: Litauen

Mit der Einführung des Euros wurde auch die Preisdarstellung an den Börsen geändert.

In Deutschland war das die Notierung USD/DEM und wurde auf das heute am meisten gehandelte Währungspaar EUR/USD geändert. Dieses Währungspaar beinhaltete alle Teilnehmerstaaten.

Alle Währungspaare in den alten Währungen sind entfernt wurden.

Historisches zur Währung Japanischer Yen

Der Japanische Yen wurde 1871 nach dem europäischen Vorbild als Währung eingeführt. Es wurde dabei das Dezimalsystem festgelegt.
Japan hatte nach dem 2. Weltkrieg mit einem stark belasteten Währungs- und Finanzsystem zu kämpfen. Viele Jahre standen im Zeichen der Inflation und erst nach vielen Stabilisierungsprogrammen, konnte sich die Währung erholen.
Japan schaffte in den 80er Jahren den Sprung aufs internationale Spielfeld. Es wurden massiv Auslandsstandorte von japanischen Banken aufgebaut und zusätzlich 1984 im Yen-Dollar Commitee viel für den Freihandel des japanischen Währungssystem getan.
2013 entschied man gegen das extrem deflationäre Wachstum, mit monströsen Finanzspritzen vor zu gehen. Dies wurde über die Zinspolitik der Bank of Japan erwirkt.
Heute zählt der Japanische Yen als sicherer Hafen und wird stark verkauft in Risk On Szenarien und stark gekauft, wenn das Sentiment auf Risk Off schwenkt.

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